Schweden, Transubstance Records, alles klar, Hippietime. Dabei hat das 2003 gegründete
THE DIVINE BAZE ORCHESTRA auch für sich eine eigene Manege gefunden im Psychedelic-Zirkus.
Hier wird man schnell glücklich, wenn man die ganz frühen URIAH HEEP mag. Songwriting,
Riffs, Orgelspiel und Gesangsarrangements gehen sehr deutlich in Richtung der ersten
Scheiben der Engländer. Aber auch wer Band wie BIRTH CONTROL, KING CRIMSON oder härtere
YES mag, ist hier zuhause. Mal gibt´s noch eine harte PINK FLOYD-Bridge, die bei
"Choose the green" in einen fast doomigen Part übergeht, bei "Trota di mare"
klaut man hemmungslos UFOs "Boogie for George". Hier und da hört man heraus,
dass die Herren sich auch im Jazz und Blues zuhause fühlen. Bei den bluesigen
Songs kommen frühe TEN YEARS AFTER in den Sinn. Musikalisch macht "Once we were born…"
sehr viel Spaß, wenn man hart rockenden Psychedelic-Sound mag, dann ist man hier genau richtig.

Die Vocals hingegen gleichen einem schlechten LSD-Trip, klingen nach einer Mischung aus dem
Typen von THE DARKNESS, einem Hyperventilierenden DANZIG, Kermit und einem Eierkocher.
Alexander Frisborgs Stimme ist sehr eigen, dass er mittlerweile in Göteborg Operngesang
studiert, das mag man gern glauben. Er quäkt teils in extremen Höhen, oft auch mal daneben,
ohne vorhergehende Bewusstseinserweiterung fällt es schwer, dem standzuhalten. Dabei
transportiert der Gesang aber wirklich perfekt den Zeitgeist der 70er, nur halt auf sehr
extreme Weise. Auch die lustig-schrillen Backing-Chöre fügen sich passend ein, erinnern
ebenfalls sehr an frühe URIAH HEEP.

Kommt man mit den extremen Vocals klar, was wohl nur echten 70er-Freaks gelingen wird, dann
bekommt man vom THE DIVINE BAZE ORCHESTRA eine absolut spaßige Vollbedienung mit härterem,
nicht zu spacigem Psychedelic-Rock. Alles passt zusammen und dass man, abgesehen von den Vocals,
ein paar Soli und dem Mellotron, alles live eingespielt hat, kann man spüren. Es riecht herrlich
nach Räucherstäbchen, Yogitee, Mushrooms und Hippieorgien.

Rating: 4 / 5

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